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Abortkürettage


Bei etwa 15-20% aller Schwangerschaften kommt es zu einer Fehlgeburt. Gründe für solche Ereignisse liegen meistens in der Schwangerschaft selber. Aufgrund einer sehr frühen Störung ist die Schwangerschaft nicht weiter entwicklungsfähig. Ca. 50% aller befruchteten Eizellen werden bereits mit der Periodenblutung abgestoßen.

Formen der Fehlgeburt (Abort)

Nach Absterben der Schwangerschaft kann der Körper diese vollständig (vollständiger Abort) oder nur teilweise (unvollständiger Abort) ausstossen, wobei dann Teile der Schwangerschaftsanlage, meistens Mutterkuchen (Plazenta), in der Gebärmutter verbleiben. Andererseits ist es auch möglich, dass die Schwangerschaft zwar abstirbt, jedoch als Ganzes in der Gebärmutter zurückgehalten wird (verhaltener Abort, missed abortion). Bei der Windmole liegt ebenfalls eine frühe Störung in der Schwangerschaftsentwicklung vor, bei welcher sich zwar die Fruchtblase, jedoch kein Kind entwickelt.

Bei den drei letztgenannten Schwangerschaftsstörungen ist es in der Regel notwendig, die abgestorbenen Schwangerschaftsreste aus der Gebärmutter operativ zu entfernen, d.h. es sollte eine Abort-Kürettage (Entfernung von verbleibendem Gewebe in der Gebärmutter bei Fehlgeburt) durchgeführt werden. Beim vollständigen Abort wird lediglich nachkontrolliert, ob wirklich keine Schwangerschaftsteile im Körper der Frau verblieben sind, in der Regel durch Kontrollen des Schwangerschaftshormones im Blut und durch eine Ultraschalluntersuchung.

Operationsmethode

Zur Entfernung von restlichem Gewebe in der Gebärmutter wird je nach Schwangerschaftsalter die Absaugmethode (Vakuum-Aspiration) und/oder die Ausschabung (Abort-Kürettage) angewandt. Dabei ist es notwendig, für den Eingriff den Muttermund aufzudehnen. Bei Frauen, die noch nie entbunden haben, kann zur Erleichterung dieser Dehnung zuvor der Muttermund durch ein Medikament aufgeweicht werden. Der Eingriff wird in Allgemeinnarkose vorgenommen.


Risiken und Komplikationen

Bei der Abort-Kürettage können sehr selten Verletzungen der Gebärmutter entstehen, wodurch es zu Blutungen in die Bauchhöhle kommen kann. In diesen Fällen kann es notwendig sein, eine Bauchspiegelung durchzuführen. Gelegentlich kommt es zu starken Blutungen während des Eingriffes. Diese können jedoch durch die Gabe von Medikamenten, welche den Kontraktionszustand des Gebärmuttermuskels erhöhen, gut therapiert werden. Bluttransfusionen sind jedoch in der Regel nicht notwendig. In seltenen Fällen kommt es trotz aller Sorgfalt zur unvollständigen Entfernung der Schwangerschaftsreste, was eine Wiederholung des Eingriffes notwendig macht.


Nach der Operation

können leichte Blutungen sowie leichte Schmerzen im Unterleib, wie sie auch bei der normalen Monatsblutung vorkommen, auftreten. Nach dem Eingriff ist Duschen möglich, auf Vollbäder, Schwimmen und Geschlechtsverkehr soll bis zum Aufhören der Blutungen verzichtet werden. Falls Sie die Blutgruppe rhesusnegativ aufweisen, erhalten Sie eine Spritze mit Antikörpern gegen rhesuspositive Blutkörperchen. Damit wird verhindert, dass Ihr Organismus Rhesusantikörper bildet, welche bei einer späteren Schwangerschaft das werdende Kind schädigen könnten. In der Regel können Sie nach einer Abort-Kürettage problemlos wieder schwanger werden.

Falls gewünscht kann im folgenden Zyklus erneut eine Schwangerschaft angestrebt werden.

Letztes Update ( Mittwoch, 06 April 2005 )
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