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Dr. Volker Jung - Frauenarzt in Siegen
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Erweiterte Schwangerschaftsvorsorge Drucken E-Mail

Erweiterte Schwangerschaftsvorsorge

Wahlleistungen

Darüber hinaus möchten wir Sie jedoch auf die Möglichkeit weiterer Untersuchungen als Wahlleistung aufmerksam machen, welche im Einzelfall medizinisch sinnvoll sind, allerdings nur im Rahmen einer nach GOÄ96 (Gebührenordnung Ärzte) privatärztlichen Liquidation angeboten werden können.

Infektionsdiagnostik

Die Infektionsdiagnostik betreffend handelt es sich hierbei um folgende Untersuchungen: Antikörper gegen Toxoplasmen, Herpesviren, Varizella-Zoster-Viren (Erreger von Windpocken und Gürtelrose), Parvovirus B 19 (Erreger der Ringelröteln), Zytomegalieviren.

Bei Toxoplasmen handelt es sich um relativ weit verbreitete Parasiten, welche den Menschen über engen Kontakt mit vor allem jungen Katzen (Ausscheidung über Kot) oder den Verzehr von rohem Rind-, Schweine-, Schafs- oder Ziegenfleisch infizieren können. Etwa 35-40% aller 16-40 jährigen Frauen haben eine Infektion durchgemacht und sind somit immunisiert. Bei Frauen ohne Immunschutz besteht im Falle einer Schwangerschaft die Möglichkeit daß Erreger den Embryo oder Foeten infizieren können (15% Infektionsrate im ersten, 30% im zweiten und 70% im dritten Schwangerschaftsdrittel). Dadurch können Schädigungen im Bereich des Gehirns und der Augen hervorgerufen werden. Durch eine rechtzeitige Therapie kann die Infektionshäufigkeit um 50% gesenkt werden. Bei etwa 0,7% aller Schwangerschaften tritt eine Erstinfektion auf. Bei Frauen ohne Immunschutz werden 2 weitere Bestimmungen des Immunstatus während der Schwangerschaft empfohlen (ca. 22. und 32. SSW).

Die mögliche Sinnhaftigkeit weiterer serologischer Untersuchungen wie oben aufgeführt könnte bei Nachweis einer Herpes genitalis Erstinfektion in der Einleitung einer speziellen Therapie bestehen (Aciclovir).

Hinsichtlich des Varizella-Zoster-Virus (Windpocken,Gürtelrose) kann die Kenntnis des Immunstatus insofern von Bedeutung sein als bei Kontakt einer nicht immunisierten Schwangeren im ersten Drittel mit einer infizierten Person die Gabe von Immunglobulin notwendig werden würde.

Bei Nachweis einer Parvovirus - B 19 - Infektion (Ringelröteln) der Mutter muß die kindliche Überwachung intensiviert werden um eine evtl. auftretende Blutarmut des Foeten erkennen und ggf . behandeln zu können.

Beim Nachweis einer Zytomegalie ist lediglich die kindliche Überwachung zu intensivieren, eine spezifische Therapie existiert nicht.

Außerdem kann eine Untersuchung des Scheidensekretes auf Streptokokken der Gruppe B sinnvoll sein, da bei bestimmten zusätzlichen Risiken im Verlauf der Schwangerschaft und der Geburt (z.B. vorzeitiger Blasensprung) und vorliegender Scheidenbesiedlung mit diesem Bakterium eine frühzeitige Antibiotikumgabe von Vorteil sein kann.

Weitere Wahlleistungen bei medizinisch unauffälligen Befunden sind zusätzliche Ultraschalluntersuchungen z.B. in der 16. u. 36.SSW.
Schon in der 16.SSW können manchmal Auffälligkeiten erkannt werden, der frühe Zeitpunkt läßt genügend Zeit für weitere Abklärungen. In der 36.SSW kann nach dem letzten im Rahmen der Mutterschaftsvorsorge vorgesehenen Ultraschall (29.-32.SSW) nochmals der Entwicklungsstand des Kindes überprüft werden um ein Minderwachstum, welches eine intensivierte Überwachung zur Folge hätte, auszuschließen.

Mit einer Farbdoppleruntersuchung (Blutflußmessung) der mütterlichen Blutgefäße in der 24. SSW kann überprüft werden ob eine erhöhte Wahrscheinlichkeit besteht, eine Schwangerschaftserkrankung (Gestose) zu entwickeln.

Stoffwechseluntersuchungen wie der Blutzuckerbelastungstest in der 24.- 28.SSW können einen Schwangerschaftsdiabetes ausschließen.

Etwa 5% aller Frauen ohne Diabetes entwickeln in der Schwangerschaft einen Gestationsdiabetes (Schwangerschaftszucker). Risikofaktoren hierfür sind Zuckererkrankung in der Familie oder der vorangehenden Schwangerschaft sowie die vorangegangene Geburt eines Kindes mit eine Geburtsgewicht über 4500g oder Übergewicht der Mutter mit Body-Mass-Index größer 27,0 kg/m. Ein unerkannter Gestationsdiabetes geht mit einer deutlichen kindlichen und mütterlichen Risikoerhöhung einher.

Auch bei Schwangeren ohne erkennbares Risiko wird deshalb ein Screeningtest (Reihenuntersuchungstest) für Schwangerschaftsdiabetes von verschiedenen Fachgesellschaften befürwortet.
Der Screening-Test beinhaltet die Messung der Blutzuckerkonzentration nüchtern, 1 und 2 Stunden nach Aufnahme von 75g Glucose. Als Grenzwerte gelten ein Nüchternwert von 90 mg/dl, ein Einstundenwert von 180 mg/dl und ein Zweistundenwert von von 155 mg/dl. Ein überschrittener Wert bedeutet eine Belastungsstörung, 2 überschrittene Werte einen Gestationsdiabetes.

Dann sind Ernährungsberatung und Selbstmessung angezeigt. Ziel ist ein Nüchternwert von unter 90 mg/dl, ein Wert 1 Stunde nach Beginn einer Mahlzeit von unter 140 mg/dl und 2 Stunden danach von unter 120 mg/dl. Werden diese Werte trotz diätetischer Maßnahmen überschritten ist eine Insulintherapie einzuleiten.


Abschließend sei nochmals betont, dass die gesetztliche Krankenversicherung alle medizinischen Leistungen für Sie vorsieht, die notwendig, ausreichend und wirtschaftlich sind. Darüber hinausgehende Leistungen die im Einzelfall medizinisch wünschenswert und auch sinnvoll sind können wir Ihnen als Wahlleistung anbieten, die Liquidation muss nach GOÄ96 (Gebührenordnung Ärzte)erfolgen.


Stammzellgewinnung aus Nabelschnurblut

Die Frage nach der Sinnhaftigkeit der Einlagerung von Stammzellen aus Nabelschnurblut durch kommerzielle Anbieter wird in letzter Zeit häufig gestellt. Es gibt derzeit keine eindeutig befürwortende Stellungnahme der betreffenden Fachgesellschaften. Seit den 70er Jahren werden Blutstammzellen von gewebeverträglichen meist Familienspendern zur Transfusion bei Patienten benutzt, deren eigene Stammzellen durch Chemo- oder Strahlentherapie bei lebensbedrohlichen Erkrankungen des blutbildenden Systems zerstört werden mussten. Möglicherweise können in Zukunft aus dem Nabelschnurblut gewonnene Stammzellen in analogen Situationen lebensrettend wirken. Allerdings ist die einwandfreie Langzeitqualität der Präparationen nicht erwiesen, die langfristige Lagerung ist sehr teuer. Ebenso ist noch zu klären ob die gewonnene Nabelschnurzellmenge zur Behandlung von Krankheitsbildern beim Erwachsenen ausreichend ist. Desweiteren ist es durchaus denkbar, dass in nächster Zeit Verfahren entwickelt werden, die die Verwendung von Stammzellen aus dem Blut von Ewachsenen noch effizienter ermöglichen.

Als Alternative zu privaten Anbietern gibt es gemeinnützige Nabelschnur-Stammzellbanken, über Netcord in Leiden (Niederlande) sind die weltweit 14 größten miteinander verbunden.

Um sich ein eigenes Bild über den Stand der Diskussion zu machen sind nachfolgend die Links zu den Websites gemeinnütziger und kommerzieller Einrichtungen zusammengestellt (Quelle: Frauenarzt 44(2003),830-838)

Während der gesamten Schwangerschaft haben Sie die Gelegenheit mit uns über die verschiedensten Aspekte zu diskutieren; so zum Beispiel: Ernährung, Fitness, Geburtsverlauf, Stillen usw.. Ihr Arbeitgeber muß die Beschäftigung im Rahmen des Mutterschutzgesetzes sicherstellen, bei Problemen diesbezüglich berate ich Sie ebenfalls gerne.

Links zum Thema

Letztes Update ( Freitag, 08 April 2005 )
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Diese Studiendatenbank ist ein Service der Universitts-Frauenklinik Tbingen
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Dr. med. Volker Jung. Hermelsbacher Weg 41 - 57072 Siegen - Tel.: 0271 - 230 96 40
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